
Paraguay, ein wunderschönes, freundliches und subtropisch
warmes Land, mit einer mittleren Jahrestemperatur von 21 bis 23 Grad
Celsius, ist besonders durch seine Volksmusik, der lieblichen Harfenmusik
und die Iguazu-Wasserfälle (gehören zu den größten der Welt) weltberühmt.
Die Hauptstadt Paraguays ist Asunción, eine moderne grüne Stadt mit vielen
Parks und Straßenkaffees, die zum Verweilen einladen.
Paraguay ist
ein Steuerparadies und wird die Schweiz Südamerikas genannt. Tatsächlich
zeichnet sich dieses Land seit Jahrzehnten politisch und wirtschaftlich
durch seine relative Stabilität aus. Kürzlich schrieb dazu die renommierte
"Neue Zürcher Zeitung", dass Paraguay von der Krise Lateinamerikas
verschont bleibe und die Bewohner von Grund auf zufriedene Menschen seien.
Im spirituellen Bereich wird Paraguay international eine besondere
Ausstrahlung und Bedeutung zugeschrieben. Interessant ist diesbezüglich
auch der Name der Hauptstadt, der auf die 1537 von den Spaniern gegründete
Befestigung "Himmelfahrt unserer Heiligen Mutter Maria" oder "Nuestra
Senora de la Asunción" zurückgeht.
Seit mehr als hundert Jahren ist
Paraguay ein klassisches Einwanderungsland mit unbegrenzten Möglichkeiten,
das heute mit Australien weltweit an vorderster Stelle steht. Damals wie
heute übt dieses Land eine fast magnetische Anziehungskraft auf den
europäischen Menschen verschiedenster Berufs- und Glaubensrichtungen
aus.
Wissenschafter (Moises Bertoni(1), Ärzte (Dr. Emil Hassler),
Philosophen (Nitzsche), Schriftsteller, Gewerbetreibende, Rancher, Farmer
(Mennoniten) sowie Rentner und Naturliebhaber, suchen und finden hier die
Erfüllung ihrer lang gehegten Träume.
Die europäischen Immigranten
sind vor allem englischer, deutscher französischer und spanischer Sprache.
Entsprechend breit gefächert ist das kulturelle Angebot:
Paraguay ist ein Schlaraffenland für Fleischliebhaber,
anderseits macht es einem die Wärme und die Vielfalt an Gemüse und
biologischen aromatischen Obstarten besonders leicht zum Vegetarier zu
werden. Die monatlichen Ausgaben für Lebensmittel betragen etwa 100 Euro
pro Person.
Das Klima und das weiche Wasser sind besonders zuträglich
für Allergiker, Rheuma- und Gichtkranke, wobei die Symptome meistens
gänzlich verschwinden.
Die Paraguayer sind sehr
ausländerfreundlich, fast jede einheimische Familie hat Wurzeln in Europa.
Die Bewohner Paraguays sind Mestizen, Weiße und min. 60.000 Indianer
verschiedener Stammeszugehörigkeit.
Paraguay liegt in der Mitte
Südamerikas am südlichen Wendekreis und ist mit einer Fläche von 406.752
km2 - 50.139 km2 größer als Deutschland mit den neuen Bundesländern oder
ca. fünfmal so groß wie Österreich - ist aber mit nur 6 Mio. Einwohnern
dünn besiedelt. Die umliegenden Länder sind Brasilien, Argentinien und
Bolivien. Paraguay und Bolivien sind die einzigen Binnenländer
Lateinamerikas.
Am 21. Dezember fängt die Sommerzeit mit einer
verschwenderischen Blütenpracht der Bäume und Sträucher an. Der Duft der
Kokosblüte, der in dieser vorweihnachtlichen Zeit über dem ganzen Land
liegt kündigt das baldige Weihnachtsfest an.
Paraguay bietet auch
im Landesinneren eine Vielfalt von Entdeckenswertem: In zahlreichen Höhlen
können heute noch die Runenzeichen der Wikinger (1) gefunden
werden.
Beeindruckend sind auch die Kontraste der Landschaften:
sanfte Hügel wechseln mit vulkanartigen Erhebungen und bergigen Regionen.
Grosse und kleine Wasserfälle, Flüsse, Bäche und Seen in idyllischer
Umgebung laden zum erlebnisreichen Baden ein. Die Gewässer sind fischreich
und ein Paradies für Angler. Mehr als 500 Fischarten kann man in den
Gewässern finden, davon sind nur wenige namentlich bekannt. An
Speisefischen sind v.a. die Barsche, Welsen und die Salmler zu erwähnen.
Der Fisch- und Amphibienreichtum erklärt die immense Vielfalt an Wasser-
und Sumpfvögel. Die Tierwelt ist sehr vielfältig und eine Fundgrube für
jeden Tierliebhaber. Hier gibt es noch verschiedenste Wild-, Bären-,
Affen-, Wildschwein-, Nagetier- und Krokodilarten, Tukane und
Schmetterlinge.
Im fast menschenleeren Landesteil des Chaco, der 61
% des Territoriums ausmacht, gibt es besonders viele Arten von Wildtieren:
Jaguare, Pumas, Pekaris, Gürteltiere, Krokodile, Echsen und ein
interessantes Vogelparadies (Papageien, Reiher, Storche und
Strauße).
Einzigartige parkähnliche Vegetationsformationen finden
sich als eine Art Inseln auf sandigen Böden inmitten von Waldgebieten, die
sich besonders in Nordostparaguay über große Räume erstrecken.
Das
Land wird durch den Paraguay-Fluss in zwei geografische und klimatische
Bereiche geteilt. Einmal Ostparaguay, ein fruchtbares Gebiet mit
Mittelgebirgscharakter mit Erhebungen bis 950 m ü. Meer und zum zweiten
der flache und trockene "Chaco Boreal" mit seiner charakteristischen
Dornbuschsavanne, die sich vom Paraguay-Fluss bis zur bolivianischen
Grenze ausdehnt.
Die Paraguayische Wirtschaft stützt sich u.a. auf
die von der Natur gegebenen Möglichkeiten. Nebst der Rindviehhaltung und
der Landwirtschaft spielt die Holz- und Wasserwirtschaft eine bedeutende
Rolle. Die Breite des Rio Paraguay schwankt saisonal zwischen 350 und 600
Metern. Der Parana-Fluss stellt mit einer Wasserdurchlaufmenge von 5,8
Mio. Litern pro Stunde das bei weitem größte Wasserkraftvorkommen der Erde
dar, dem angesichts der in Zukunft erwarteten Verknappung der weltweiten
Süßwasservorräte eine große Bedeutung zukommen wird. Das 1984 fertig
gestellte Wasserkraftwerk Itaipú erzeugt mehr als viermal so viel
Elektrizität wie der Assuan-Staudamm Ägyptens. Landwirtschaftliche
Exportprodukte sind Fleisch, Soja, Baumwolle, Zuckerrohr, Reis, Getreide,
Tabak, Sesam, Erdnüsse.
Weiterführende Literatur:
1)Jacques de
Mahieu: Des Sonnengottes Todeskampf, Grabert Verlag, Tübingen,
1973
2)R. Spichiger: Flora del Paraguay, Genf, 1985, ISBN
0-915279-07-X
3)L. Ramella: Bibliografía de Moisés Santiago Bertoni,
Genf, 1985, ISBN 0-915279-07-X
4)Dieter E. Stäbler: Pflanzen in
Paraguay, 7500 Karlsruhe, Häusserstr.1, 1985
5)Dieter E. Stäbler: Tiere
in Paraguay, Karlsruhe, 1985
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